Der Welt die Augen
öffnen
Joh 16, 5-15
Wilhelm
Pawellek
19. 06. 2003
Inhaltsverzeichnis:
Der Geist Gottes
öffnet uns die Augen
1. Die
Menschen werden die Sünde erkennen.
2. Die
Menschen werden die Gerechtigkeit erkennen.
3. Die
Menschen werden erkennen, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Wir wollen uns heute mit einem Bibeltext aus dem
Johannesevangelium beschäftigen,
den wir in Joh 16,5-11 finden.
Es ist ein Wort aus den Abschiedsreden Jesu, in dem er uns ganz wichtige
Informationen über die Bedeutung des Heiligen Geistes gibt.
Joh 16,5-11:
Jesus sagt:
5 Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?
6 Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer.
7 Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist
gut für euch, dass ich weggehe.
Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch.
Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden.
8 Und wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht;
9 über die Sünde: dass sie nicht an mich glauben;
10 über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht seht;
11 über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Man hört dann und wann den Ausspruch: "Wir leben hier
noch nicht im Himmel." -
Das ist sicher sehr richtig, denn es geht sehr böse und gemein zu in dieser
Welt, bestimmt nicht himmlisch.
Und dann klingt das manchmal wie ein Eigentrost:
"Ja, wir leben eben noch in dieser Welt und sind Leute dieser Welt."
Aber das stimmt ja gar nicht.
Ein ganzes Stück weit steht der Himmel offen.
Seitdem Jesus in der Himmelfahrt die Macht ergriffen hat und seitdem den
Gläubigen und der Gemeinde der Geist Gottes angeboten wird, ist ja eine ganz
wichtige Fülle von der himmlischen Welt schon hier gegenwärtig.
Paulus bezeichnet den Heiligen Geist als die erste Rate der
himmlischen Güter, die uns ausbezahlt wird.
Er sagt, die nächste Rate, das wird die Auferstehung unseres Leibes sein, der
neue Leib, den wir kriegen.
Aber das, was uns angeboten wird, das wird ja von Christen
fortwährend verkannt.
Das ist ein Trauerspiel, dass Christen überhaupt nicht wissen, was der Geist
Gottes ist.
Die reden von allem möglichen und haben ganz andere wichtige Dinge in ihrem
Kopf.
Aber wir reden ja nicht zum Fenster hinaus, sondern das geht
uns an:
Wie kriegen wir diese wichtige Gabe des Geistes Gottes?
Das macht überhaupt nichts aus, wenn viele achtlos an dieser
Gabe vorübergehen.
Das waren an diesem ersten Pfingsten auch nur paar Jünger, die den Geist Gottes
geschenkt bekamen.
Aber es ging eine große Wirkung von dieser kleinen Schar aus.
Wir sollten überhaupt keine Sorge haben im Blick auf die kleine Schar heute.
Wenn sich diese kleine Schar nur öffnet für den Heiligen Geist, wenn sie ihm
die Tür öffnet, ihn in ihr Leben hineinlässt. -
Dann kann viel geschehen in unseren Häusern, in unserem Leben, in unserer
Stadt, in unserm Land.
Ich kann Ihnen sagen, dass Sie es überhaupt nicht abschätzen können, was Gott
durch seinen Heiligen Geist tun will mit Menschen, die sich füllen lassen mit
seinem Heiligen Geist.
Mit der Ausgießung des Heiligen Geistes begann die Umwandlung
der Welt.
Da hat Jesus sein Reich ausgebreitet.
Da sind Menschen verändert und neugeschaffen worden.
Da ist wirklich etwas durchgreifend Neues geschehen.
Es ist nur nötig, das man sich dem Heiligen Geist öffnet wie
ein leeres Gefäß.
Dass Gott seine große und kostbare Gabe in uns hineingeben kann.
In Joh 7,37f wird berichtet, wie Jesus auf dem Laubhüttenfest aufgetreten ist:
Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme
lebendigen Wassers fließen.
Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn
glaubten;
denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.
Jesus stellt sich hier als Quelle vor:
Bist du durstig nach Leben? - Komm her und trinke.
Brauchst du Leben? - Komm her und trinke.
Das ist eine Einladung an uns, die wir heute seufzen unter den toten Gemeinden
und sagen:
"Da gibt es so wenig Leben aus Gott."
Wie kann denn eine Erneuerung geschehen in unseren Gemeinden?
Durch die Gabe des Geistes Gottes!
Was braucht man an Vorbedingungen? - Nichts weiter als Durst.
Das ist der Grund, dass wir so wenig von diesen Wirkungen Gottes unter uns
haben:
Weil wir so wenig durstig sind, so wenig Verlangen haben.
Wenn Sie selber seufzen und sagen:
"Ich bin so träge, da kommt bei mir gar keine Freude von innen aus, dass
ich Gott dienen will.
Ich wollte auch, dass ich mit Lust den Geboten Gottes folge."
Ja, wenn Sie Durst haben, dann begehren Sie doch diese Gabe des Geistes.
Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!
Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.
Das gilt für die Zweifelnden, für die Mutlosen, für die Traurigen: "Komm!"
Das ist ein großes Programm, wenn uns hier angeboten wird,
dass uns die Gabe des Geistes offen steht.
Das kann eine überaus große Wirkung heute haben.
Ich las einen Bericht aus einem Entwicklungsland.
In diesem Land gibt es viele Elendsviertel, Slums.
Da hat die Regierung nun ein großes Programm gestartet:
Es werden neue Siedlungen gebaut und die Bewohner der Slums können dahin
umziehen.
Das ist großartig, große Siedlungen mit kleinen Häusern sind da entstanden.
Jede Familie aus diesen Slums bekommt solch ein Häuschen.
Nun ist Folgendes passiert:
Kaum sind die Leute in die neuen Häuser einzogen, da haben sie die Holzfenster
und Holztüren verheizt.
Dann haben sie ihr altes Wellblech genommen und damit Fenster und Türen wieder
zugemacht.
Und in kurzer Zeit waren die neuen Siedlungen die alten Slums.
Und dann sagte ein Pastor dort:
"Man hat versäumt, die Slums aus den Herzen der Menschen
herauszuholen."
Die Slums aus den Herzen der Menschen herausholen.
Das ist die Wirkungsweise, wie Gott Erneuerung betreibt in der Welt.
Darum richtet sich das Evangelium immer persönlich an uns.
Darauf allein kommt es an:
Ob wir den Geist Gottes haben.
Ob dieser neuschaffende Geist Gottes uns verändert, damit durch uns die
heilenden Kräfte in die Welt hinausgehen können.
Das ist Gottes großes Pfingstprogramm: Erneuerung der Welt, Erneuerung des
Lebens.
Aber Erneuerung fängt bei uns an, indem wir uns öffnen für die Wirkungen des
Geistes Gottes.
Über den Geist Gottes steht ja viel in der Bibel.
Ich möchte aus den Worten Jesu heute eine Beschreibung herausgreifen, wie
der Geist Gottes wirkt.
In diesem Wort aus den Abschiedsreden Jesu wird uns eine ganz wichtige Wirkung
des Heiligen Geistes mitgeteilt.
Es war für die Jesusjünger ein schmerzlicher Augenblick, als Jesus von ihnen wegging. -
Manchmal hört man in einem Bibelkreis den Satz: "Schade,
das wir Jesus nicht leibhaftig unter uns haben."
Das wäre doch ein große Ermutigung.
Wir könnten, wie Thomas damals, unsere Finger in seine Nägelmale legen.
Wir stellen es uns vor, dass das unseren Glauben enorm erleichtern würde.
Aber das ist natürlich sehr kindlich gedacht.
Stellen Sie sich einmal vor, dass Jesus noch der irdischen Beschränkung
unterliegen würde.
Das wäre für uns ganz bestimmt keine Glaubenshilfe.
Wo würde Jesus denn dann residieren? Vielleicht in Jerusalem?
Bis wir dahinreisen könnten und dann einmal zu einer Audienz an die Reihe kämen
... -
Ob das unseren Glauben stärken würde?
Ich bin froh, dass Jesus nicht mehr in seiner leibhaftigen
Beschränkung da ist.
Der Weggang Jesu hat seinen Jüngern zwar einen Schock versetzt, aber jetzt ist
das Glauben viel einfacher geworden.
Denn Jesus hat ja den leeren Raum, den er durch seinen Weggang hinterlassen
hat, vollgültig ausgefüllt.
Er hat seinen Heiligen Geist in diese Welt hineingegeben.
Dieser Heilige Geist stellt seine leibliche Gegenwart weit in den Schatten.
Jesus sagt in den ersten Versen:
Jetzt aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat; und
niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin?
Doch weil ich das zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer.
"Euer Herz ist voll Trauer."
Aber Jesus hat ja versprochen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum
Besten dienen. (Röm 8,28)
Und das gilt auch und gerade für die Dinge, die Trauer hervorrufen.
Es gibt bei Christen nichts, über das man letztlich weinen müsste.
Auch die schweren Dinge münzt Gott so um, dass sie ein Segen für uns werden.
Sogar das leibliche Weggehen Jesu, das wir in unserer
kindlichen Art als einen Verlust empfinden, wird von Jesus zu einem großen
Segen umgebaut.
Er geht leibhaftig weg, sicher.
Aber dafür wird er den Heiligen Geist, den Tröster senden, den Beistand.
Das müssen Sie sich merken für alle Lebenslagen.
Wo wir Trauer sehen, macht Jesus große Geschenke daraus.
Oft ist es unseren Augen verborgen, aber: "denen, die Gott lieben, müssen
alle Dinge zum Besten dienen."
Wenn Sie Sehnsucht haben und sagen:
"Ich möchte ganz nah bei Jesus sein, ich möchte ihn einmal berühren
können", -
das, was der Geist Ihnen schenkt, ist wie ein leibliches Berühren.
Es ist das, was einzelne Menschen auch in einer leiblichen Begegnung mit Jesus
gefunden haben:
Der Geist Gottes öffnet uns die Augen.
Das ist ja die Not derer gewesen, die Jesus leibhaftig
gegenüberstanden.
Die haben ja auch nicht geglaubt.
Wie viele sogar der Schriftkundigen standen vor Jesus und haben ihn nicht
erkannt und glaubten nicht.
Sogar die Jünger zweifelten.
Aus dieser Not hilft auch die leibhaftige Gegenwart nicht.
Allein der Geist Gottes kann uns das Glauben ermöglichen, kann uns die Augen
öffnen.
Der Heilige Geist wird der Welt die Augen auftun.
Wir stehen doch alle in dieser Welt unter der bitteren
Erfahrung, dass wir Menschen nicht zum Glauben führen können.
Ich denke jetzt gerade an die unter uns, die mit Zweifeln beladen sind.
Die während der Predigt mutlos werden und denken: "Ich verstehe das alles
nicht." -
Das ist auch nicht so, dass ein Prediger Ihnen das einsichtig erklären kann.
Es gibt auf der ganzen Welt keinen Menschen, der mit seinen Worten einem
anderen das Glauben einsichtig machen kann.
Das ist ausschließlich ein Werk des Geistes Gottes, ein Werk des Heiligen
Geistes.
Da muss zuerst bei uns "ein Brett weg", das unseren Blick hindert. Unser Blick muss frei werden.
Der Heilige Geist wird der Welt die Augen auftun.
Das ist schwer zu verstehen für uns, dass unser Blick finster ist und wir Jesus
nicht erkennen.
Ich möchte jetzt mit all denen reden, die mit Zweifeln
ringen.
Das braucht Sie nicht zu wundern, wenn Sie feststellen, dass sich bei Ihnen
Zweifel einschleichen.
Jeder hat mit Zweifeln zu ringen.
Jeder Mensch hat mit Unglauben zu ringen. Weil das im Menschen steckt.
Der Glaube des Menschen ist jedes Mal ein Wunder.
Der Glaube ist allein das Werk des Heiligen Geistes:
Der Geist Gottes wird der Welt die Augen auftun.
Und Jesus hat versprochen, dass er diesen Geist sendet.
Sie können eine ganze Bibliothek von Büchern lesen, von
gescheiten Büchern, die Ihnen über alle Verstandeszweifel hinweghelfen können.
-
Aber Glauben werden Sie so nicht schaffen.
Glauben können Sie nur, wenn Sie bitten: "Herr, öffne mir die Augen. - Gib
mir den freien Blick."
Und nicht so beten: "Herr, mach du die Bibel klar."
- Die ist klar.
Sondern:
"Nimm du bei mir die Hindernisse weg, die mir den Blick versperren.
Mein Blick hängt immer an den falschen Dingen.
Ich kann im hellen Sonnenschein das Licht nicht sehen. Das ist meine Tragik.
Mache meinen Blick frei und gib mir Erkenntnis."
Das ist großartig, dass der Geist Gottes Erweckung schafft, indem er Augen öffnet.
Wir meinen immer wieder, wir könnten das mit Reden schaffen.
Es gäbe vielleicht eine bestimmte Technik, den Menschen das zu demonstrieren,
wie groß Jesus Christus ist.
Doch allein das ist nötig:
Dass wir in unseren Versammlungen den Geist Gottes wirksam werden lassen.
Dass geisterfüllte Menschen das Wort Gottes verkündigen.
Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. (Joh 7,38)
Der Geist Gottes ist nötig bei allem, was wir tun.
Damit Augen geöffnet werden.
Und dann hat es Jesus noch näher beschrieben, was man mit den geöffneten Augen erkennen kann:
Und wenn der Heilige Geist kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde.
Die Welt kann keine Sünde erkennen.
Sie erkennt gewisse Verfehlungen, sie erkennt Abweichungen von ihren Normen.
Sie erkennt Übertretungen von Gesetzen.
Jesus sagt hier in unserem Wort:
Wenn der Heilige Geist kommt, dann werden die Menschen erkennen, was wirklich
Sünde ist.
Nämlich: "Dass sie nicht an mich glauben."
Das allein ist die wirkliche Sünde, ist der Sund, der den Menschen von Gott
trennt:
Dass sie nicht an Jesus glauben.
Dass sie ihn weggestoßen haben, - das ist die Sünde.
Selbst fromme Menschen leben so.
Sie meinen, sie könnten aus eigener Kraft ein "ordentliches Leben"
führen.
Und dieses "ordentliche Leben" würde genügen.
Wenn ihnen der Geist Gottes die Augen öffnet, werden sie erkennen, wo der
schlimmste Mangel ihres Lebens liegt:
Dass sie nicht ein "ordentliches Leben" brauchen, sondern ein
"ewiges Leben".
Und dass dieses ewige Leben allein in Jesus Christus zu haben ist.
Wenn man sich in unseren Gemeinden umsieht: Da fehlt es ja an
nichts.
Gottesdienste mit Predigten und Liedern.
Seminare und Schulungen über alle möglichen Themen. -
Was fehlt, ist der Geist Gottes, der Sündenerkenntnis
schafft.
Und das ist nicht eine verstaubte alte Sache.
Das ist eine brandneue aktuelle Not.
Gerade Menschen, die ihre Kraft in die Gemeinde einbringen, leiden am meisten
darunter.
Sie leiden darunter, dass es zum Geschäft werden kann, hier und dort
hinzulaufen.
Und man meint, man wirke für Gott - doch es wird alles ohne eine innige
Verbindung mit Jesus gelebt.
Denn Jesus sagt: (Joh 15,5)
Getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
Ohne mich ist euer Tun ein nichts.
Wie soll denn aus unserem Leben etwas wirksam werden, wenn
unser Leben nicht aus Gott heraus gelebt wird?
Das war ja die große Gabe einst bei der Erschaffung des Menschen.
Gott nimmt diesen von ihm erschaffenen Menschen und haucht ihm Odem ein.
Gottes Atem erst macht den Menschen zu einem Menschen nach dem Bilde Gottes.
Gottes Atem erst macht den Menschen zu einem Gegenüber Gottes.
Die Bibel beschreibt das so wunderbar:
Das Wunder unserer irdischen Lebensexistenz kommt aus diesem Atmen des Geistes
Gottes.
Aber was für ein notvolles Dahinvegetieren ist oft aus dieser herrlichen
Existenz geworden!
Und nun ist die Chance da, dass Gott noch einmal in Sie
hineinatmet, Sie mit seinem Geist erfüllt.
Sie wissen gar nicht, welche Kräfte da lebendig werden.
Ob Sie ein junger Mensch sind oder schon alt geworden sind:
Wenn der Atem Gottes Sie berührt, dann kommt sprudelndes vitales Leben.
Darum konnte ein todkranker Paulus über die Berge Kleinasiens marschieren und
er wurde nicht müde.
Er war krank, schwerkrank. Eigentlich war er ein medizinisches Wunder.
Aber es war der Geist Gottes, der ihm die notwendigen Kräfte verlieh.
Wenn wir die Sünde erkennen, wissen wir, dass die einzelnen
Verfehlungen immer aus der Grundverfehlung kommen.
Und die Grundverfehlung ist, dass wir ohne Jesus unser Leben gestalten wollen.
Das ist die Not dieser Welt.
Der Geist Gottes will die Welt dahin bringen, dass sie erkennt, dass sie ohne
Jesus in der Trennung von Gott lebt.
Und dass sie in der Trennung von Gott das Leben verfehlt.
Und dann hat Jesus ein Zweites beschrieben, was man mit den geöffneten Augen erkennen kann:
Was meint er denn damit:
Wenn der Heilige Geist kommt, wird er der Welt die Augen auftun über
die Gerechtigkeit.
Über die Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich hinfort nicht
seht.
Wir denken immer, in dieser sündigen Welt gäbe es nichts
Gutes und nichts Vollkommenes, und auch keine Gerechtigkeit mehr. -
Wenn die Bibel von Gerechtigkeit spricht, dann meint sie damit immer die
Eigenschaft des neuen Wesens, das mit dem Willen Gottes in Einklang steht.
Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue
Schöpfung;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2Kor 5,17 Elb)
Weil Jesus seinen Auftrag erfüllt hat und zum Vater
zurückgekehrt ist, gibt es ein neues, ewiges Leben.
Nun liegt es an Ihnen, in die Spuren Jesu zu treten
Der Geist Gottes wird der Welt die Augen öffnen, dass es in dieser Welt dieses
ewige Leben gibt.
Dass es ein Leben gibt, das mit dem Willen Gottes in Einklang steht.
Dass es ein Leben in der Gegenwart Gottes gibt, schon hier in dieser Welt.
Das ist die Gerechtigkeit, die der Heilige Geist der Welt zeigt.
Schließlich beschreibt Jesus ein Drittes:
Wenn der Heilige Geist kommt, wird er der Welt die Augen auftun über
das Gericht.
Über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Manche zittern noch vor der Macht der Finsternis und sie
haben Angst.
Sie haben Angst, weil sie spüren, wie in ihrem eigenen Herzen dunkle Mächte
wüten. -
Der Geist Gottes macht es Ihnen ganz gewiss, dass die Macht
des Teufels gelähmt ist.
Es gibt keine Gebundenheit, die Sie nicht im Glauben an Jesus durchbrechen
können.
Es gibt keine Not, keine Traurigkeit, aus der Sie nicht herauskönnen.
Das ist so, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Was uns fehlt, sind die offenen Augen für diese Tatsache.
Wir reden viel zu viel von okkulten Mächten, von Gottlosigkeit und von
Feindschaften gegen Gott.
Es fehlen uns die Zeugen, die hinaustreten und hineingehen in die dunklen Örter
und dort die Macht Jesu bezeugen.
Dann würden sie erleben, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
In diesen Tagen begegnete mir der Satz: "Der Teufel ist
ein Mimikry."
Ich konnte damit nichts anfangen.
Mimikry - gehört habe ich dieses Wort schon mal. - Aber was bedeutet es? - Was
ist ein Mimikry?
Ein Blick in das Lexikon bringt mich weiter:
Mimikry ist eine Eigenschaft von Tieren.
Harmlose Tiere können ihr Äußeres so verändern, dass sie gefährlichen Tieren
täuschend ähnlich sehen. Dadurch gelingt es ihnen, Angreifer zu beeindrucken
und abzuschrecken. -
Der Teufel ist ein Meister dieser Technik.
Und zwar in zwei Seiten.
Einmal spielt er den Harmlosen, um Menschen hineinzulocken in die Sünde.
Ein andermal spielt er den Gewaltigen, dem niemand widerstehen kann.
Der Heilige Geist öffnet uns die Augen für diese
Verführungskünste Satans.
Satan, der Fürst dieser Welt, hat seine Macht verloren.
Er liegt besiegt am Boden.
Was wir brauchen, sind Leute mit vom Geist geöffneten Augen,
die Gerechtigkeit leben, in der Gegenwart Gottes leben, die die Sünde in der
Wurzel erkennen.
Die nicht dauernd reden, wie neue Anfänge möglich wären durch neue Strukturen
und Techniken.
Sondern die wissen:
Nur dort, wo Sünde überwunden ist durch das Blut Jesu, und wo ich aus der Kraft
Jesu lebe, entsteht und wächst neues Leben.
Und dieses neue Leben ist geschützt vor den Angriffen Satans, - weil der Fürst
dieser Welt gerichtet ist.